Wir schreiben das Jahr 1987. Internet und Smartphone liegen noch in der Zukunft, man trägt Karottenjeans und Sakkos mit Schulterpolster, Mathias Rust landet auf dem Roten Platz in Moskau und der FC Bayern wird Deutscher Meister im Fußball (manches ändert sich scheinbar nie und das ist gut so) als im ansonsten beschaulichen Langenbach merkwürdige Dinge vor sich gehen. Dumpf hört man Schreie aus der Langenbacher Grundschulturnhalle.
Etwa Sportunterricht? Nein! Zu spät!
Dann vielleicht die Fußballabteilung des SV Langenbach im Zweikampftraining? Nein! Die fühlten sich zu diesem Zeitpunkt im Sportlerheim des Vereins noch sehr wohl!
Ließ man sich also von den Schreien nicht abhalten und traute sich alsdann auch einen wagemutigen Blick in die Sporthallte zu werfen, ließ die Verwunderung sicherlich nicht nach. Junge Leute, mit weißen, viel zu kurzen Trainingsanzügen welche von einem ebenfalls weißen Gürtel gehalten wurden, mutmaßten zu dieser Zeit sicherlich etwas komisch und seltsam an.
Ungeachtet dessen, zog bereits damals eine besondere Person die Blicke auf sich:
Diese Person hatte nämlich als einzige einen schwarzen Gürtel, volles schwarzes Haar und einen ebenfalls schwarzen Vollbart. Jack Norris konnte es nicht sein, dieser hatte zum damaligen Zeitpunkt zwar volles Kopfhaar und einen Vollbart war jedoch nicht schwarzhaarig, Bruce Lee war zwar scharzhaarig, dem fehlte es jedoch an dem Bart und vor allem an Körpergröße.
Eine damals unbekannte Person machte sich auf, eine damals ebenfalls unbekannte Sportart publik zu machen. Die Sportart mit dem Namen "Taekwondo", welche zu damaligen Zeiten auch gerne für eine südostasiatische Vorspeise gehalten wurde, ist mittlerweile eine olympische Disziplin und die damals unbekannte Person mit dem Namen Joachim Veh ist mittlerweile ein über die Landesgrenzen hinaus bekannter und anerkannter Großmeister, welcher diese Sportart wie nur wenige geprägt hat.
Viele Dinge ändern sich also im Laufe von dreißig Jahren, die Trainingsanzüge heißen nun Tobok und sind der Körpergröße angepasst, Joachim Veh ist von Langenbach zurück in seine Heimat Lauingen gezogen, seit 2010 trägt der mittlerweile 57 Jährige den herausragenden 7. Dan im Taekwondo und die damaligen Schüler sind mittlerweile selbst anerkannte Meister. (Ein detaillierter Bericht über Joachim Veh folgt in Kürze.)

Manches ändert sich jedoch scheinbar nie und das ist gut so: Als Abteilungsleiter trägt Veh seit dreißig Jahren die Verantwortung für die Abteilung Taekwondo des SV Langenbach. Werte wie gegenseitiger Respekt und Anerkennung, Disziplin und, im Rahmen seiner persönlichen Möglichkeiten, Geist und Körper voranzubringen und zu schulen, zeichnen heute wie damals seine Einstellung. Taekwondo ist eben keine Vorspeise, sondern Kampfsport, Kampfkunst und Kriegskunst.

Nur allzu selbstverständlich war es somit, dass zum sechzigjährigen Bestehen des Vereins und zum dreißigjährigen Bestehen der Abteilung Taekwondo nun die Möglichkeit ergriffen wurde, die diesjährige offene Bayerische Meisterschaft im traditionellen Taekwondo auszutragen.
Am Samstag, den 21.10.2017, treffen sich ab 9.00 Uhr in der Dreifachturnhalle in Zolling Teilnehmer aus ganz Bayern sowie anliegenden Bundesländern um in den Disziplinen Freikampf, Formenlauf, Einschrittkampf und Bruchtest die Besten der Besten zu ermitteln.
Spannende und nervenaufreibende Wettkämpfe sind somit garantiert, vor allem dann, wenn die Schüler und Meister aus Langenbach die Wettkampfbühne betreten. Diese freuen sich natürlich auf zahlreiche und tatkräftige Unterstützung von den Zuschauern um auch gemeinsam einen erinnerungswürdigen Tag zu schaffen.
Das Nachwuchsturnier endet mit der Siegerehrung um ca. 13.00 Uhr. Das Hauptturnier beginnt um ca. 14.00 Uhr und endet gegen ca. 18.00 Uhr.

Michael Gmach

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